Warum du blockierst, obwohl du es willst – und was wirklich dahinter steckt
Du sitzt da, hast es dir sogar vorgenommen. Vielleicht liegt das Notizbuch bereit. Vielleicht wolltest du „heute wirklich anfangen“. Und dann passiert… nichts. Statt Motivation kommt Widerstand. Statt Klarheit kommt Nebel. Und plötzlich hörst du diese fiese Stimme im Kopf: „Warum krieg ich das nicht hin? Andere schaffen das doch auch.“
Ich kenne diesen Moment so gut. Ich sitze am Tisch, der Tag war eigentlich schon zu voll, bevor er überhaupt richtig angefangen hat. Irgendwo liegt ein Zettel mit „Heute mache ich endlich…“ und gleichzeitig läuft im Kopf diese Dauerliste: „…. noch zurückrufen, …. noch an dies denken, …. noch kurz das regeln“. Und dann passiert etwas Absurdes: Ich habe endlich kurz Zeit – und mein Inneres macht einfach zu. Nicht aus Trotz. Sondern weil da nichts mehr frei ist.
Und genau hier will ich dich abholen. Ohne Druck. Ohne „Dann musst du dich halt zusammenreißen“. Und ganz sicher ohne diesen toxischen Satz „Du musst es nur genug wollen“.
Wenn du blockierst, obwohl du es willst, ist das meistens kein Zeichen von Faulheit. Es ist ein Zeichen von Schutz. Dein Inneres zieht nicht die Handbremse, um dich zu ärgern – sondern weil dein System gerade denkt: Zu viel. Nicht sicher. Noch nicht.
Und das ist der Moment, in dem Elvanya anders denkt als diese „Denk positiv und wünsch es dir“-Welt. Wir fangen nicht beim Ziel an. Wir fangen bei deiner inneren Sicherheit an.
Du bist nicht faul – du bist im Schutzmodus
Eine Blockade fühlt sich oft an wie Stillstand. Als wärst du „komisch“. Als würdest du dich selbst sabotieren. Als wäre da etwas falsch mit dir. Und genau das ist der größte Schmerzpunkt bei Müttern im Funktionsmodus. Du trägst schon so viel – und dann macht dein Inneres auch noch nicht mit. Es ist, als würdest du im eigenen Leben gegen eine unsichtbare Wand laufen.
Nur, diese Wand ist meistens kein Feind. Sie ist ein Stoppschild.
Dein System hat gelernt, dich zu schützen. Und Schutz sieht nicht immer so aus, wie wir ihn romantisch erwarten würden. Schutz ist nicht nur „Ich kuschle mich in eine Decke“. Schutz kann auch sein: Ich prokrastiniere. Ich werde plötzlich müde. Ich bin ablenkbar. Ich fange fünf Dinge an und beende keins. Ich halte mich in Gedanken beschäftigt, aber komme nicht ins Handeln.
Früher hab ich daraus sofort eine Geschichte gemacht: „Ich krieg’s halt nicht hin. Ich bin nicht konsequent. Ich fang immer an und hör wieder auf.“ (Du willst nicht wissen, was ich in meinem Leben schon alles begonnen, aber nie durchgezogen oder beendet habe). Und genau diese Selbstansprache ist wie Öl ins Feuer. Weil dein Inneres in dem Moment nicht Motivation braucht, sondern Entlastung. Das war für mich ein echter Aha-Moment: Blockade ist nicht mein Charakter – Blockade ist mein System, das sagt: bitte langsamer.
Wenn du aus diesem Beitrag nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Blockade ist häufig kein Mangel an Willen. Blockade ist häufig ein Mangel an Sicherheit.
Und Sicherheit ist nicht nur „im Außen“. Sicherheit ist dieses innere Gefühl von: Ich kann das halten. Ich kann das aushalten. Ich muss mich dabei nicht verlieren.
Blockade wirkt wie ein Problem im Kopf – ist aber oft ein Thema im Körper
Wenn wir von Blockaden sprechen, denken viele an Mindset. An Glaubenssätze. An „negative Gedanken“. Und ja: Das spielt alles mit rein. Aber bei Müttern im Funktionsmodus ist die Wahrheit oft viel simpler – und gleichzeitig viel tiefer.
Dein Körper kann im Alarm sein, auch wenn gerade objektiv nichts Dramatisches passiert. Weil er nicht auf „Fakten“ reagiert, sondern auf Überlastung, Daueranspannung, Druck und die ständige innere Haltung: Ich muss funktionieren.
Und genau dann wird Handeln schwer. Nicht, weil du unfähig bist. Sondern weil dein System Ressourcen spart.
Stell dir vor, dein Inneres ist wie ein Akku. Wenn der Akku dauernd leer ist, springt dein System nicht in „Jetzt mache ich was Großes“, sondern in „Ich spare, was ich kann“. Und manchmal ist „sparen“ eben: nichts anfangen, was Energie kostet. Selbst wenn es etwas wäre, das dir gut tun würde.
Das ist der Punkt, an dem viele sich missverstehen. Du denkst, du bräuchtest mehr Disziplin. Dein System braucht aber erst mal weniger Alarm.
Und das ist übrigens auch der Grund, warum so viele Manifestations-Ansätze an dieser Stelle scheitern. Nicht, weil Manifestation „Quatsch“ ist – sondern weil du nicht manifestierst, wenn du innerlich im Dauerstress bist. Du überlebst. Du verwaltest. Du hältst den Laden am Laufen.
Und das ist nicht klein. Das ist eine Leistung. Aber es erklärt, warum „Jetzt setz dich hin und visualisiere 30 Minuten“ sich manchmal anfühlt wie ein schlechter Witz.
Wenn du das gerade spürst: Du bist nicht falsch. Du bist nur überlastet.
Die 3 häufigsten Gründe, warum du blockierst, obwohl du es willst
Hier wird’s jetzt richtig hilfreich, weil du dich gleich irgendwo wiedererkennen wirst. Und bitte lies das nicht wie eine Diagnose, sondern wie eine Landkarte. Denn wenn du weißt, welche Art Blockade gerade aktiv ist, hörst du auf, dich zu beschimpfen – und kannst endlich passend reagieren.
1. Überforderung und Entscheidungsmüdigkeit
Das ist dieser Zustand, in dem du theoretisch „Zeit“ hast, aber innerlich nichts mehr sortieren kannst. Dein Kopf fühlt sich voll an wie ein überladenes Browserfenster mit 47 Tabs. Du bist nicht unfähig – du bist einfach mental überfüllt.
Und dann passiert etwas Typisches: Du setzt dich hin, willst anfangen, und sofort kommt die Frage: womit genau? wie genau? in welcher Reihenfolge? Und zack – du bist wieder raus. Nicht, weil du keine Lust hast, sondern weil die Entscheidung schon wieder Energie kostet, die gerade nicht da ist.
Mitmach-Moment, ganz kurz: Wenn das bei dir gerade zutrifft, dann beantworte nur diese eine Frage für dich, ohne nachzudenken:
Was ist heute das eine Ding, das mein Kopf nicht auch noch tragen muss?
Manchmal ist die Lösung nicht „mehr tun“, sondern „eine Sache weniger“.
2. Perfektionismus und Kontrolle als Sicherheitsstrategie
Perfektionismus ist selten ein Qualitätsanspruch. Perfektionismus ist oft Angst, die sich clever verkleidet. Wenn ich es perfekt mache, kann mir niemand was. Wenn ich alles im Griff habe, passiert nichts Unangenehmes. Wenn ich erst starte, wenn ich es richtig kann, muss ich mich nicht unsicher fühlen.
Nur, Perfektionismus hält dich genau dort fest, wo du nicht hinwillst. In der Warteposition.
Und das Gemeine ist: Es fühlt sich sogar logisch an. Es klingt vernünftig. Es klingt wie „Ich will es ja richtig machen“. Aber darunter steckt oft: „Ich will mich nicht verletzlich fühlen.„
Wenn du dich hier wiedererkennst, dann ist dein Schlüssel nicht „noch besser planen“. Dein Schlüssel ist: „Lernen, dich auch im Unperfekten sicher zu fühlen.„
3. Angst vor Enttäuschung oder vor dem eigenen Ernst
Diese Blockade ist leiser. Und sie ist hart, weil man sie sich selten eingesteht. Manchmal blockierst du, weil ein Teil in dir weiß: Wenn ich wirklich starte, wird es real. Dann kann ich scheitern. Dann kann ich enttäuscht sein. Dann kann ich merken, dass etwas nicht so leicht ist, wie ich es mir wünsche.
Und manchmal ist da sogar noch etwas anderes: Wenn du wirklich startest, könnte es klappen. Und auch das macht Angst. Weil Erfolg Veränderung bedeutet. Und Veränderung bedeutet: Du musst das Neue halten. Du musst in eine neue Version von dir hineinwachsen.
Und genau hier kommen wir zu dem Punkt, an dem Blockaden eigentlich immer landen: Identität & innerer Halt.
Warum das so viel mit Manifestation zu tun hat
Vielleicht denkst du gerade: Okay, klingt logisch, aber ich will doch „weiterkommen“. Ich will doch Dinge verändern. Ich will doch das Neue. Ich will doch manifestieren.
Und genau deshalb ist dieser Beitrag so wichtig. Denn Manifestation hat in meiner Welt nichts damit zu tun, dass du „richtig denkst“. Manifestation hat damit zu tun, dass du innerlich so ausgerichtet bist, dass dein Handeln überhaupt möglich wird.
Wenn dein System im Alarm ist, ist Manifestation wie Autofahren mit angezogener Handbremse. Du gibst Gas, aber es fühlt sich zäh an. Du willst, aber es stoppt. Du „machst“ – aber es kostet dich doppelt so viel.
Das bedeutet nicht, dass du erst „perfekt geheilt“ sein musst. Bitte nicht. Das wäre die nächste Perfektionismus-Falle. Es bedeutet nur: Du musst verstehen, warum du stoppst – und dann einen Schritt wählen, der dein System nicht überfordert.
Und ja, dazu gehören manchmal auch ganz praktische Dinge. Zum Beispiel, dass du Routinen so klein machst, dass dein System sie nicht als Bedrohung wahrnimmt. Genau dafür ist Praxis & Rituale da.
Der wichtigste Shift: Von „Warum bin ich so?“ zu „Was braucht mein System jetzt?“
Dieser Shift wirkt klein, aber er verändert alles. „Warum bin ich so?“ ist eine Frage, die dich in Schuld zieht. Sie sucht einen Fehler in dir.
„Was braucht mein System jetzt?“ ist eine Frage, die dich in Führung bringt. Sie sucht eine Lösung, die machbar ist.
Und ich sag dir ehrlich: Das ist etwas, das ich lernen musste. Weil ich es gewohnt war, mich anzutreiben. Weil „funktionieren“ eben nicht nur eine Phase ist, sondern bei vielen von uns ein tiefes Muster. Du wirst gelobt, wenn du durchhältst. Du wirst gebraucht, wenn du stark bist. Und irgendwann glaubst du, du darfst nur dann sein, wenn du etwas leistest.
Blockaden sind oft der Moment, in dem dein System sagt: So nicht mehr. Nicht, um dich zu ärgern. Sondern, um dich zu retten.
Ein Schritt, der heute wirklich machbar ist
Ich will dir jetzt nichts geben, was du „irgendwann“ machst. Ich will dir etwas geben, das du jetzt sofort testen kannst, ohne dich zu überfordern. Und ja: Es ist klein. Absichtlich klein. Weil dein System bei klein nicht in Abwehr geht.
Mach das jetzt. Wirklich jetzt. Während du das liest.
Setz deine Füße auf den Boden. Spür den Kontakt. Leg eine Hand auf dein Brustbein oder auf deinen Bauch. Atme einmal bewusst aus, so als würdest du Spannung loslassen. Nicht dramatisch. Nur ein bisschen. Und dann sag dir leise, innerlich oder laut:
Ich muss das nicht heute komplett lösen. Ich gehe nur einen Schritt.
Ich mache mir das in stressigen Momenten bewusst lächerlich klein. Nicht „jetzt alles ändern“, sondern: einmal tief ausatmen, Schultern sinken lassen, Hand aufs Herz und genau dieser Satz. Manchmal ist das schon die ganze Wende. Nicht, weil dann alles leicht wird – sondern weil ich wieder bei mir ankomme, statt gegen mich zu kämpfen.
Wenn du magst, setz direkt einen zweiten Satz dahinter: Welcher Schritt fühlt sich heute sicher genug an?
Und dann wählst du nicht den perfekten Schritt. Du wählst den sicheren.
Das ist so ein Punkt, den viele unterschätzen: Du musst nicht mutig sein wie in Filmen. Du musst nicht „jetzt endlich durchziehen“. Du musst nur lernen, dir Schritte zu geben, die dein System nicht als Gefahr bewertet.
Der nächste machbare Schritt statt der perfekte Plan
Das ist die Stelle, an der du dich selbst neu kennenlernen kannst. Denn viele Blockaden entstehen nicht, weil du nichts willst – sondern weil du dir zu große Schritte gibst.
Ein perfekter Plan ist oft nur eine schön verpackte Überforderung.
Der nächste machbare Schritt ist das Gegenteil. Er ist so klein, dass du ihn wirklich gehen kannst. Und genau dadurch baut sich etwas auf, das dir im Funktionsmodus meistens fehlt: Vertrauen.
Vertrauen entsteht nicht durch schöne Sätze. Vertrauen entsteht durch wiederholte Erfahrungen von: Ich mache, was ich mir verspreche.
Und das ist übrigens auch der Kern von innerem Halt. Nicht „ich bin immer stark“, sondern „ich komme immer wieder zurück“.
Wenn du willst, kannst du dir heute ein Mini-Commitment geben. Kein großes. Eines, das fast lächerlich wirkt.
Zum Beispiel: Heute schreibe ich einen Satz in mein Notizbuch. Einen.
Oder: Heute mache ich einmal dieses 60-Sekunden-Reset, wenn ich merke, ich kippe.
Und dann ist der Tag nicht „gelungen“ oder „misslungen“. Dann ist er einfach ein Tag, an dem du dich nicht komplett verlassen hast.
Das ist riesig.
Und was, wenn ich trotzdem nicht loskomme?
Dann bist du nicht „schwierig“. Dann ist dein System gerade noch stärker im Schutzmodus. Und genau dann brauchst du nicht mehr Druck, sondern mehr Stabilität.
Das kann heißen, dass du zuerst über deinen Alltag nachdenkst: Wo geht zu viel Energie hin? Wo trägst du Dinge allein, die eigentlich nicht allein getragen werden sollten? Wo bist du ständig im „Muss“?
Und es kann heißen, dass du dir bewusst Unterstützung holst – nicht zwingend von Menschen (auch das kann schwer sein), sondern von Strukturen.
Zum Beispiel von wiederkehrenden Mini-Impulsen, die dich regulieren und aus dem Kopf holen. Dafür ist der Golden Reminder gedacht.
Oder von einer klaren Lernreise, die dich Schritt für Schritt führt. Nicht mit Druck, sondern mit einer Reihenfolge, die dein Nervensystem mitgehen kann.
Neu hier?
Schlussgedanke: Deine Blockade ist ein Hinweis – kein Urteil
Wenn du blockierst, obwohl du es willst, dann ist das kein Beweis gegen dich. Es ist ein Hinweis. Ein Stoppschild. Ein Schutzmechanismus. Und ja, manchmal auch ein leiser Hilferuf deines Systems: Ich kann gerade nicht mehr so.
Du musst dich dafür nicht verurteilen. Du darfst dich verstehen.
Wenn du heute nur eins mitnimmst, dann das: Deine Blockade ist kein Gegner. Sie ist ein Hinweis. Und du musst sie nicht wegmachen – du darfst sie lesen.
- Als nächstes gehen wir einen Schritt tiefer. Nicht in mehr Druck, sondern in mehr Halt. –> Identität & Ausrichtung
- Und wenn du heute etwas brauchst, das sofort entlastet und dich zurück zu dir holt: –>Praxis & Rituale
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